Ich habe ein persönliches Problem mit Regisseur Zack Snyder. Ich mag DAWN OF THE DEAD, liebe 300 und vergöttere WATCHMEN. Aber dann missbrauchte Snyder mit SUCKER PUNCH mein Vertrauen nachhaltig. Noch ist es für mich unverständlich, wie ein so talentierter Regisseur so einen Schund abliefern konnte und suche bis heute nach Gründen. Ehrlich gesagt war mir MAN OF STEEL dann ziemlich egal, denn Superman hat mich als Figur nie sonderlich interessiert. Morgen startet BATMAN V SUPERMAN, ein popkulturelles Event, dass sich nicht ignorieren lässt. Ich habe den Film gestern gesehen und ich wollte den Film wirklich mögen, doch das ist nach 150 Minuten substanzlosem Overkill leider nicht möglich.

Zweieinhalb Stunden, das war mal sehr lange für einen Kinofilm. Besonders für Comic-Adaptionen ist diese Dauer mittlerweile aber normal, was nicht schlimm ist, solange die Zeit entweder mit atemberaubenden Action-Szenen gefüllt wird oder die Entwicklung der Figuren vorantreibt. Zumindest erfüllt die Eingangssequenz von BvS die erste der beiden Prämissen, nur um sich danach fatalerweise seinem Drehbuch zu widmen. Und dieses Drehbuch ist eine Katastrophe, ein Totalausfall, ein Super-GAU. Zweieinhalb Stunden, das sollte doch eigentlich für einen glaubwürdigen Konflikt zwischen dem schwarzen Ritter und dem Mann aus Stahl ausreichen.

Irgendwie haben es die Skript-Schreiber jedoch geschafft, einen Großteil der Laufzeit mit gehaltlosem Geschwafel zu verschwenden. Ich kann nicht mal besonders konkrete Beispiele anführen, weil mich BATMAN V SUPERMAN so langweilte, dass sich mein Hirn nach dem Abspann wie Brei anfühlte. Insgesamt wird sich aber zu sehr auf die Darstellung religiöser Analogien konzentriert, anstatt den unvermeidlichen Kampf inhaltlich plausibel zu untermauern. Spätestens bei der dritten Moralpredigt über die Handlungskompetenzen eines gottgleichen Alien und dem verqueren Gerechtigkeitssinn eines paranoiden Milliardärs habe ich verstanden, dass mir hier mit dem Presslufthammer zwischen die Synapsen gewummert wird: Die beiden mögen sich nicht.

Die zähe Redundanz könnte immerhin durch beeindruckende Action aufgelockert werden. Es gibt Action, ungefähr die Hälfte davon ist unterhaltsam, während besonders am Ende der typische Snyder’sche Overkill für mich zu einem geistigen Tilt führte. Da fällt es nicht mal mehr ins Gewicht, dass der Endgegner ungefähr genauso spannend ist, wie der vorausgehende titelgebende Fight zwischen Batman und Superman. Der dauert übrigens so um die zehn Minuten.

Die große Fan-Frage, ob Ben Affleck ein würdiger Batman-Nachfolger ist, rückt im Angesicht der schauderhaften Aneinanderreihung seelenloser Szenen ganz weit in den Hintergrund. Ich mochte Batfleck. Ich mochte auch Jesse Eisenberg als Lex Luthor, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich sein hibbeliges Overacting als Geniestreich oder Wahnwitz werten sollte. Weil sein Schauspiel allerdings sowas von drüber ist, tendiere ich zu der Vermutung: Einzig Eisenberg war bewusst, dass er gerade Teil des teuersten Trash aller Zeiten ist.

Den Rest habe ich entweder schon verdrängt oder nicht verstanden, was mich wiederum wütend macht. Ich musste googeln, weil für den Sinn einiger Szenen so viel Nerd-Wissen vonnöten ist, dass ich sie ohne fremde Hilfe nicht richtig interpretieren konnte. Das ist kein Fanservice, das ist Dummheit. Am desaströsen Drehbuch hat Zack Snyder keine Schuld, er hat es nicht geschrieben. Dennoch trägt er als Regisseur die Verantwortung für einen schlechten Film, was BATMAN V SUPERMAN zweifelsohne ist.

Bitte, spart euer Geld oder investiert es für die wahren Perlen dieses Monats: ROOM und 10 CLOVERFIELD LANE.

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