Der bessere Super 8

Dass mit dem Thema Alien-Invasion immer noch sehr unterhaltsame Filme entstehen können, hat zuletzt Neill Blomkamp mit seinem fantastischen “District 9″ unter Beweis gestellt. Eine gute Idee, ein talentierter Jung-Regisseur, ein kleines Budget und relativ unbekannte Schauspieler scheinen hier irgendwie einen Trend zu markieren. Denn gleiche Merkmale weist auch “Attack the Block” auf.

Der Film führt als Protagonisten eine Gruppe von Teenagern ein, die im südlichen London am Silvesterabend um ihren Block ziehen und jede Menge Unheil stiften. Eine Gang von Halbstarken, denen man lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte. Doch genau das passiert der Krankenschwester Sam, die von der Bande ausgeraubt wird. Es braucht schon einen guten Film, um Charaktere so zu zeichnen, dass man sich gerne in sie hineinversetzt. Doch es braucht einen großartigen Film, der seine Protagonisten als Fieslinge einführt, die einem im Verlauf des Films dann aber doch sympathisch werden.

Generell macht “Attack the Block” so vieles richtig. Anders als in großen Hollywood-Produktionen und an das schmale Budget von 13 Millionen Dollar geknüpft, fokussiert der Film nur das Geschehen um einen einzigen Häuserblock herum und konzentriert sich auf eine Hand voll Figuren. Da, wo J.J. Abrams in “Super 8″ das Militär und die Nationalgarde aufmarschieren ließ, fahren in “Attack the Block” gerade mal zwei Streifenpolizisten vor. Was gut ist. Denn somit entsteht eine viel dichtere Atmosphäre und die Beziehung zu den Schauspielern ist deutlich intimer. Auch traut sich Regisseur Joe Cornish mit seinen Charakteren (die im Prinzip alle noch Kinder sind) wesentlich erwachsener umzugehen, als es “Super 8″ getan hat. Und wo J.J. Abrams die 80er-Jahre-Liebhaber mit einem schlecht-animierten CGI-Monster aus der Konserve verärgert hat, gibts in “Attack the Block” nur die Umrisse, nur die Idee, nur den Schatten von angepissten Aliens zu sehen, was erheblich wirkungsvoller und cooler ist.

In “Attack the Block” passiert so viel in so wenig Zeit, dass man kaum bemerkt, wie die 88 Minuten über die Leinwand flimmern. Das ist einerseits unterhaltsam, andererseits durchaus bemerkenswert, wenn man an die örtlichen Rahmenbedingen denkt: ein Block, eine Straße, ein Hochhaus. Größer ist der Radius nicht, in dem sich Cornish Charaktere bewegen. Dennoch springt der Film von Schauplatz zu Schauplatz, immer im perfekten Pacing: Thrill, Gags und Horror. Alles ist super abgemischt und ergibt zusammengenommen eine großartige Actionkomödie, in der dann nicht zuletzt auch die Schauspieler beeindrucken. Allen voran Hauptdarsteller John Boyega als Moses, von dem man in Zukunft sicherlich noch einiges sehen wird. Als wäre das alles nicht genug, fügt sich dann natürlich auch der psychedelische  Soundtrack von Basement Jaxx vollkommen natürlich in dieses handwerklich makellose Filmkonstrukt.

“Attack the Block” ist eine Überraschung und wirkt deshalb umso besser. Eine kleine, aber sehr feine Actionkomödie, die hinter “Tucker & Dale vs. Evil” auf den forderen Plätzen der am kurzweiligsten Filme dieses Jahres steht. Schaut ihn euch an, solange er noch im Kino läuft. Ihr werdet eine Menge Spaß mit dem Ding haben!

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Eine Antwort zu „Der bessere Super 8“

  1. 2011 in Movies – meine Top 5 « danieltubies sagt:

    [...] danieltubies filme. musik. internet. und das übliche geschreibsel. « Der bessere Super 8 [...]

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